Mai 2013 – Neuseeland mit dem Bus – ein Selbstversuch

Mai 2013 – Neuseeland mit dem Bus – ein Selbstversuch

Das neuseeländische Busnetz ist bestens ausgebaut und hat selbst die entlegensten Ortschaften im Programm.
Außerdem gibt es interessante Saver- und Buspassoptionen.
Zu den größten Anbietern zählen Intercity/Newman (www.intercity.co.nz) und Nakedbus (www.nakedbus.co.nz), die zusammen mit ihren co-operators so ziemlich jeden Grashügel zwischen Invercargill und Cape Reinga ansteuern (wenn auch zumeist nur 1x täglich); und auch wenn man manchmal arg früh aufstehen muss, um den ‘bus of the day’ zu erwischen, wir man dafür oft mit tollen Morgenstimmungen belohnt und ist vielleicht schon wieder gegen Mittag am neuen Ort und hat dann dort noch was vom Tag. Die Busse halten an einem oder auch mehreren zentralen Stellen in den jeweiligen Orten und auch viele gängige Backpackerhostels werden ‘on demand’ bedient. Häufig bieten aber auch die Hostels selbst einen kostenlosen bzw. sehr günstigen shuttle ab/bis Haltestelle an. Etwas problematisch gestaltet sich allein die Fahrt rund ums East Cape.
Hier gibt es 2 Anbieter, die sich die Strecke teilen: Cooks Courir fährt die Strecke Gisborne-Hicks Bay, ab dort übernimmt Matakoa Courir bis Whakatane. Online Buchung gibt es hier nicht, z.T. kann nur telefonisch über Handy gebucht werden (die Nummern haben die I Sites in Gisborne oder Opotiki, die Reiseführer sind hier zumeist nicht mehr auf dem neuesten Stand). Um telefonisch erreichbar zu sein, braucht der Courir-Fahrer aber erst mal Empfang, und der ist am East Cape eher dünn. Super saver fares bei Intercity oder die 1-Dollar-Tickets bei nakedbus sind häufig auch kurzfristig noch zu bekommen, und für die Online-Buchung im Netz muss man kein findiger Sparfuchs sein.
Das Leben kann so einfach sein – der deutsche Reisende, der bei der Bahn Sparpreise zu ergattern versucht, weiß vermutlich, wovon ich rede.. Auch die Fahrten selbst sind häufig kurzweiliger als gedacht. Die Busse sind klimatisiert und in der Regel sehr bequem, man trifft viele ‘echte’ Neuseeländer, kommt nett ins Gespräch fern der backpackenden partycrowd, denn die bucht häufig bei anderen Anbietern, z.B. bei Kiwi Magic. Selbst die bei längeren Strecken obligatorischen Kaffeepausen für den Fahrer haben ihren Charme; je nach Route wird mal an touristischen Attraktionen gehalten (bei der Strecke Haast-Nelson z.B. bei den Pancake Rocks), mal wird man auch einfach nur vor irgendeinem staubigen Cafe im Niemandsland ausgesetzt. Die Busfahrer sind in aller Regel recht kommunikativ, erzählen je nach Laune ein wenig über die Gegend, ohne jedoch alles und jedes zu kommentieren (wie ich es bei mancher geführter Tour schon erlebt habe).
Einzig der Busfahrer-Dresscode bei Intercity (Shorts + Kniestrümpfe) ist gewöhnungsbedürftig.

Mein persönliches Fazit:
Zumindest wenn man alleine reist, ist der Bus eine unterhaltsame, kostengünstige und zuweilen auch originelle Alternative zum Auto.